Mein Einstieg in die Supervisionsausbildung: Reflexion und erste Erkenntnisse

1. Supervision in der Praxis

Supervision bietet einen wertvollen Raum für Reflexion. In diesem Raum können wir eigene Überzeugungen hinterfragen und unser berufliches Handeln bewusster gestalten. Für mich ist dieser Prozess eng mit meiner inneren Haltung verbunden, die ich seit Jahren durch Achtsamkeitsübungen stärke und reflektiere.

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, an meinem ersten Entscheidungsmodul der Supervisionsausbildung teilzunehmen. Der Workshop fand in einem Kloster statt und brachte den Teilnehmer:innen die Inhalte der dreijährigen Ausbildung im Überblick näher. Diese Tage waren nicht nur inspirierend, sondern auch wegweisend für meine Entscheidung, die Ausbildung anzutreten. Ein Schwerpunktthema dieses Workshops war das Erkennen und Analysieren von Interventionen in der Supervision. Besonders eine Frage beschäftigte mich noch lange danach: „Welche Interventionen erkennen Sie im Rollenspiel?“


2. Erste Herausforderungen und Erkenntnisse

Nach den ersten Umsetzungsversuchen zu Hause wurde mir schnell klar, wie herausfordernd es ist, diese Techniken in der Praxis anzuwenden. In einer privaten Situation versuchte ich, mit einer zirkulären, perspektivwechselnden Frage zu arbeiten, stieß aber auf Ablehnung. Das Feedback lautete: „Das fühlt sich nicht gut an.“ Diese Rückmeldung brachte mich dazu, meine innere Haltung kritisch zu hinterfragen. Ich erkannte, dass wahre Veränderung immer bei einem selbst beginnt und darüber hinaus viel Übung erfordert.


3. Reflexion der Supervisionsphasen im Rollenspiel

In unserem Workshop hatten wir die Aufgabe, ein Rollenspiel zu beobachten. Die leitende Professorin übernahm die Rolle der Supervisorin, während eine erfahrene Teilnehmerin als Supervisandin agierte. Nach dem Rollenspiel sollten wir reflektieren, welche Phasen wir erkennen konnten. Die Phasen in der folgenden Tabelle geben eine Orientierung, keine feste Abfolge, die in jeder Sitzung gleich durchlaufen wird. Inspiriert durch meine persönliche Auseinandersetzung habe ich diese Phasen mit Fragen versehen, die auch die berufliche Rolle einbeziehen:

PhaseZielBeispielfragen
Phase 1: AuftragsklärungAnliegenanalyse, Zielklärung und FokussierungWelches Thema möchten Sie reflektieren?
Welche beruflichen Heraus-
forderungen stehen im Vordergrund?
Phase 2: PerspektivenerweiterungPerspektivwechsel, Exploration und ReflexionWelche anderen Perspektiven könnten hilfreich sein?
Wie würde ein Außenstehender Ihre Situation betrachten?
Phase 3: BedürfnisklärungHerausarbeiten zentraler BedürfnisseWas ist besonders wichtig, um langfristig zufrieden zu sein?
Welche Ressourcen brauchen Sie, um Ihre Aufgaben besser zu erfüllen?
Phase 4: LösungsentwicklungErarbeitung konkreter HandlungsansätzeWelche Schritte könnten Sie unternehmen, um Ihre Entwicklung voranzutreiben? Wie können Sie Ihre Ziele in den nächsten Monaten erreichen?
Phase 5: Abschluss und TransferZusammenfassung und Transfer in die PraxisWelche Erkenntnisse nehmen Sie mit?
Wie können Sie diese im Alltag umsetzen?

4. Fazit und Ausblick

Supervision eröffnet neue berufliche Perspektiven und führt zu einem tieferen Verständnis der eigenen Haltung. Meine ersten Erfahrungen in der Ausbildung haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, Kritik anzunehmen und die eigene Haltung kontinuierlich zu reflektieren.

Ich freue mich darauf, die weiteren Phasen meiner Ausbildung zu dokumentieren und zu reflektieren. Vielleicht inspiriert es auch andere, berufliche und persönliche Entwicklung als einen gemeinsamen Prozess zu betrachten.

Ähnliche Beiträge